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Krieg und Gesellschaftssystem

ISBN:978-3000018701

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Rezension zum Buch von Lion Wagner "Krieg und Gesellschaftssystem"

Mit außerordentlicher Gründlichkeit und Überzeugungskraft zeichnet L.W. in seinem Buch ein Szenario der gesellschaftlichen Ursachen und Zusammenhängen von Kriegen. Die wissenschaftliche Beweisführung zeugt von umfassenden Kenntnissen der Gesellschaftswissenschaften und Sachkenntnissen. Lion Wagner weiß genau wovon er spricht. Seine Arbeit ist umso höher zu bewerten, da sie ohne jede Unterstützung von wissenschaftlichen Instituten erfolgt ist.

Besonders auffallend ist die Systematik des Vorgehens in der Aufhellung der inneren Zusammengänge von Ökonomie, Ideologie, Politik, Psychologie und dem Krieg in einer Welt der Spaltung und Zersplitterung im imperialistischen Zeitalter. In diesem Zusammenhang ist besonders die klassenmäßige Offenlegung von Kriegen wichtig. Interessant ist auch die Darstellung über den Klasseninhalt der Politik im Zusammenhang mit der Entdeckung von Clausewitz über den Primat der Politik im Verhältnis zum Krieg. Entscheidend ist nicht die Politik schlechthin, sondern welche politische Interessen mit dem Mittel des Krieges verfolgt werden. Damit hat L.W. den Nerv der bürgerlichen Verschleierung und den theoretischen Defätismus empfindlich getroffen. Alle bürgerlichen theoretischen Versuche, den Krieg als schicksalhaft darzustellen, finden in dem Buch eine schmähliche Entlarvung.

Die These (S.250/P.4), dass es keinen Zusammenhang zwischen den Profitinteressen der Monopole und der Häufigkeit von Kriegen gibt, halte ich für gewagt. Meiner Ansicht nach besteht durchaus ein solcher Zusammenhang. Besonders, wenn ich an die Kriegsgewinne deutscher Monopole nach dem verlorenen zweiten Weltkrieg denke. Eingrenzend will ich jedoch beachten, was im besagten Absatz das Wort "Häufigkeit" der Kriege betrifft.

Bezogen auf den Kosovo-Krieg hat L.W. überzeugend dargestellt, dass es sich weder von der NATO noch von Jugoslawien aus um einen gerechten Krieg handelt. Entscheidend sind hier politische und strategische Interessen der USA und Euro-Staaten auf dem Balkan. Dieser Krieg offenbart auch zugleich gegensätzliche Interessen der wichtigsten kriegführenden kapitalistischen Länder auf dem Balkan, was die Herbeiführung eines Friedens erheblich erschwert und wesentliche Elemente für neue zukünftige Konflikte offenbart.

Das Buch von L.W. ist nicht nur ein beachtlicher theoretischer Beitrag in der Erforschung gesellschaftlicher Zusammenhänge und Kriegen, es bietet zugleich wichtige Ansätze für weitere Forschungen. Das Buch ist zeitgemäß und wichtig. Es bleibt zu wünschen, dass es in der bildungspolitischen Tätigkeit von Schulen und Institutionen eine Grundlage für die Aufklärung über den Zusammenhang von Gesellschafssystem und Krieg bildet. Das Buch ist unbedingt lesenswert.

Lion Wagner gebührt Dank und Anerkennung für seine bemerkenswerte wissenschaftliche Leistung.

 

Dr. Richard Kumpf

Marx-Engels-Stiftung

 
 

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