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THEMA: Beschwerde an die Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt

Beschwerde an die Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt 3 Jahre, 8 Monate her #920

  • Thomas Riemann
Vor einiger Zeit fragte ich im MLPD Sozialismusforum an:

Weshalb bekomme ich von der BGF keine Antworten auf meine Fragen in meinem Beitrag vom 20.11.2013???

Bei allem Verständnis für Ihre Arbeitsbelastung finde ich es trotzdem enttäuschend, dass die BGF bisher zu keinerlei Antworten auf meine Fragen Zeit gefunden hat. In der Hoffnung auf nun erfolgende Antwort mit

solidarischen Grüßen,

Thomas Riemann

Aw: Beschwerde an die Bewegung für gesellschaftlichen Fortschritt 3 Jahre, 7 Monate her #924

  • Frederic Gauß, BGF
Antwort der BGF auf Fragen bzw. Kritiken des Diskutanten Thomas Riemann

Lieber Kollege Thomas Riemann,
schon lange, d.h. seit dem 21.1.14, haben wir unsere Antwort auf Ihre Fragen beim MLPD-Moderatorenteam eingereicht, aber feststellen müssen, dass diese, trotz Mahnung vom 14.2.14, nie in das Sozialismus-Forum hineingestellt wurde. Aufgrund bestimmter Vorkommnisse vermuten wir eine Zensur der BGF-Inhalte als Vorstufe eines Boykotts gegenüber der BGF, wenn nicht schon der Boykottfall eingetreten ist. Mehr als ein Beschwerdeverfahren einleiten und durchführen können wir nicht…Nachstehend unsere Antwort. Übrigens Sie schrieben: „Nun hindert mich ja niemand daran die gleiche Frage in verschiedenen Foren zu stellen.“ Wir würden es hinsichtlich der Entwicklung unserer beidseitigen Erkenntnisstände als fruchtbar ansehen, wenn Sie trotz der „gelinde gesagt nicht gerade ‚arbeiterfreundlich‘ geschriebenen Homepage“ Ihre Fragen auch im BGF-Forum stellen würden.

@Thomas Riemann vom 20.11.13
Sie schrieben u.a.:
„Eine andere Frage... Was meint Ihre Organisation zu der Frage einer Restauration von Kapitalismus in besonderer Form in der DDR bereits vor 1990? Bitte lesen Sie hierzu meinen Beitrag vom 29.9.213 (Umfrage bei Bürgern der ehemaligen DDR). Eigentlich wollte ich diese Frage in Ihrem Forum stellen. Ihr Forum ist aber auf bestimmte Fragestellungen festgelegt. […] Um Ihre Beiträge wirklich zu verstehen ist mit Sicherheit ein Haufen Vorbildung gefragt. Das stößt Interessenten natürlich mehr oder weniger ab. Auch dürfte das Diktat der Themen in Ihrem Forum im allgemeinen nicht ankommen. Es ist offenbar kein Zufall, dass noch nicht ein einziger Beitrag auf Ihrem Forum eingegangen ist. Nun hindert mich ja niemand daran die gleiche Frage in verschiedenen Foren zu stellen. Auch Ihre ganz Homepage ist gelinde gesagt nicht gerade „arbeiterfreundlich“ geschrieben. Andererseits verstehe ich das Problem Ihrer Beiträge und Ihrer Homepage schon. Ich habe in meinem Fachgebiet Fachausdrücke, ohne die man nichts erklären kann, Sie haben davon auch eine Unmenge, ohne die ebenfalls nichts zu erklären ist. In meinem Fachgebiet gibt es theoretische Grundlagen, Sie arbeiten auch auf der Basis theoretischer Grundlagen (unter anderem Philosophie und politische Ökonomie nach Marx). Am Rande…Sind die BGF-ler alles Intellektuelle?“

Zur Kritik am BGF-Forum

Bei der Beantwortung dieser Frage müssen wir uns kurz halten, da wir uns im MLPD-Sozialismus-Forum berechtigterweise sozusagen „nicht werbend“ verhalten müssen, was wir auch anerkennen. Schließlich sind wir ja dankbar, als marxistisch-leninistische Organisation, in diesem Forum unseren Erkenntnisstand veröffentlichen zu können, unabhängig davon, ob er dem der “Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands“ entspricht oder widerspricht.
Keine Frage: Die Festlegung des Themenkomplexes im BGF-Forum ist ein Diktat. Wir können nur erneut um Verständnis dafür bitten, dass diese Aufzwingung eine Folge unserer Kapazitätsprobleme ist. Wir sind einfach eine zu kleine Gruppe... Unsere Mitglieder und Sympathisanten müssen ständig viele Überstunden in Projektierung, Forschung, Lehre usw. leisten. In einem Teil unserer Freizeit leisten wir dann die nach unserem Erkenntnisstand noch enorme notwendige Forschungsarbeit hinsichtlich der sozialistischen Übergangsperiode, des Sozialismus und Kommunismus, aber auch hinsichtlich einer kritischen Analyse der klassischen politischen Ökonomie des Kapitalismus und der Analyse der Internationalisierung des staatsmonopolistischen Kapitalismus. Außerdem nimmt die wissenschaftliche Ausbildung von Mitgliedern und Sympathisanten sehr viel Zeit in Anspruch. Für die BGF wünschenswert wäre eine Eröffnung von zwei Foren: Ein Forum, indem es ausschließlich um die Sozialismusfrage geht und eine Forum indem Fragen der gegenwärtigen kapitalistischen Innen-und Außenpolitik behandelt werden. Für beide Foren könnten wir aber keine wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung absichern. Die Praxis des Forums "Echter Sozialismus - die Zukunftsdebatte" der „Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands“ ist für uns keine Alternative, denn leider ist die Zukunftsdebatte aufgrund des Einflusses ständiger Themaverfehlungen inhaltlich kaum noch zu übersehen.
Trotz Kapazitätsprobleme haben wir uns auf Ihren Impuls hin entschieden als siebenten Kategorietitel die Frage „Gab es eine Restauration des Kapitalismus in vormals sozialistischen Staaten vor 1989/1990?“ aufzunehmen.

Zur Zugehörigkeit der BGF-Mitglieder bzw. Sympathisanten zur Klasse und sozialen Schicht
Da es zwischenzeitlich nur unerhebliche Änderungen in der sozialen Struktur gab, können wir die Antwort, die wir diesbezüglich schon anderweitig gaben, im Wesentlichen wiederholen:
„Bezogen auf die Klasse u. soziale Schicht kommen wir mehrheitlich aus der zum Proletariat gehörenden sozialen Schicht der Intelligenz (Nichtkapital-u. Nichtproduktionsmitteleigentümer). Das Qualifikationsniveau der berufstätigen Mitglieder besteht mit großer Mehrheit in unteren [Bachelor bzw. Diplom(FH)] u. mittleren [Master bzw. Diplom(Uni)] akademischen Graden u. zwar auf den Gebieten Technik, Wirtschaft, Psychologie, Philosophie, Soziologie. Unsere Studenten studieren Ingenieur-, Wirtschafts-u. Sozialwissenschaften. Die aus der sozialen Schicht der proletarischen Intelligenz kommenden Mitglieder, stammen fast alle aus der sozialen Schicht des primär praktisch tätigen Teils der Arbeiterklasse. Leider haben wir noch sehr wenige Facharbeiter. Die BGF bemüht sich mit ihrer sozialen Struktur bestmöglich die soziale Struktur der proletarischen Klasse widerzuspiegeln.“

Zur Kritik an der Homepage
Sie haben sich Ihre Kritik de facto selbst beantwortet! Es kann keinen „arbeiterfreundlich“ geschriebenen „Wissenschaftlichen Sozialismus“ geben. Beim „Wissenschaftlichen Sozialismus“ handelt es sich, wie bei jeder Wissenschaft, um ein Begriffssystem, welches nicht durch umgangssprachliche Begriffe ersetzbar ist. Wir könnten dies schlüssig zeigen, wollen aber in Ihrem Fall auch einmal Marx zu Wort kommen lassen, da Sie damit offenbar im Wesentlichen doch kein Problem haben.

MEW, Bd.23, S.31 (Vor- und Nachwort zur französischen Ausgabe, März 1872)
„Die Untersuchungsmethode, deren ich mich bedient habe und die auf ökonomische Probleme noch nicht angewandt wurde, macht die Lektüre der ersten Kapitel ziemlich schwierig, und es ist zu befürchten, daß das französische Publikum, stets ungeduldig nach dem Ergebnis und begierig, den Zusammenhang zwischen den allgemeinen Grundsätzen und den Fragen zu erkennen, die es unmittelbar bewegen, sich abschrecken läßt, weil es nicht sofort weiter vordringen kann. Das ist ein Nachteil, gegen den ich nichts weiter unternehmen kann, als die nach Wahrheit strebenden Leser von vornherein darauf hinzuweisen und gefaßt zu machen. Es gibt keine Landstraße für die Wissenschaft, und nur diejenigen haben Aussicht, ihre lichten Höhen zu erreichen, die die Mühe nicht scheuen, ihre steilen Pfade zu erklimmen.“

In Anlehnung an Genossen Marx:
Es gibt keine Landstraße für die Befreiung des Proletariats, und das Proletariat hat nur dann Aussicht seine Befreiung zu erreichen, wenn es die Mühe nicht scheut, die steilen Pfade des „Wissenschaftlichen Sozialismus“ zu erklimmen.

Das intellektuelle Proletariat der BGF muss diesen steilen Pfade selbst erklimmen und ist bemüht, dem vorwiegend praktisch tätigen Proletariat beim Ersteigen dieser steilen Pfade zu helfen.

MEW, Bd.7, S.542
„Es wird namentlich die Pflicht der Führer sein, sich über alle theoretischen Fragen mehr und mehr aufzuklären, sich mehr und mehr von dem Einfluß überkommener, der alten Weltanschauung angehöriger Phrasen zu befreien und stets im Auge zu behalten, daß der Sozialismus, seitdem er eine Wissenschaft geworden, auch wie eine Wissenschaft betrieben, d. h. studiert werden will.“

Der Sozialismus als politökonomisches System ist eine Wissenschaft und darf auf keinem Fall nur von gegenwärtigen „Führern“, sondern muss, so weitgehend wie möglich, von der proletarischen Klasse wie eine Wissenschaft betrieben, d.h. studiert werden.
Und da ist mit Umgangssprache gar nichts zu machen…
Nicht die Wissenschaft kann herabsteigen auf das Bildungsniveau des primär praktischen und intellektuellen Proletariers, sondern der Proletarier muss auf das Bildungsniveau der Wissenschaft hinaufsteigen.

Solidarische Grüße
i.A. Frederic Gauß
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